Ziele

Das Kind im Vorschulalter verbringt den grössten Teil seines Alltags in der Familie. Der Übergang zur Fremdbetreuung ist für alle Beteiligten ein bedeutender Schritt. Meistens kommt das Kind in der Kindertagesstätte erstmals in Kontakt mit andern Regeln, Strukturen und fremden Personen. Das Kind begibt sich auf den Weg in eine neue Lebenswelt. Dabei wird es von professionellen Mitarbeitenden unterstützt, welche jedes Kind als Individuum betrachten und annehmen.

Die Ankunft und die Integration in eine bestehende Gruppe gestalten sich für jedes Kind anders. Das Kind vergleicht sich mit den andern und lernt seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Dies fördert die Selbstsicherheit und das Selbstvertrauen des Kindes im Kita-Alltag. Auf dem Spielplatz und in der Baracke findet das Kind neue Erlebniswelten. Die Entwicklung des Individuums steht dabei im Zentrum. Am Ende soll das Kind glückliche Erinnerung an die Kitazeit haben und sich auf die neue Gruppe nach der Roten Zora freuen. Ziel ist es, dem Kind einen Schatz mit auf den Weg zu geben, aus welchem es stets schöpfen kann.

Pädagogisches Konzept

renne, umegogere, buddle, suechä, chlättere, balanciere, ustobe, verstecke,…[1]


Abwechslungsreiche Angebote auf dem Spielplatz und in der Baracke stärken das Kind in seiner Entdeckungs- und Bewegungslust. Alleine oder in der Gruppe kann sich das Kind messen und mutig sein. Durch wiederholtes Üben erlangt es Sicherheit und Selbstvertrauen, lernt jedoch auch die eigenen Grenzen kennen und akzeptieren. Dabei wird es von den Mitarbeitenden der Kita unterstützt und wenn nötig geschützt. Im Zentrum stehen umfassende Sinnes- und Naturerfahrungen, denen viel Zeit und Raum eingeräumt werden. Hierbei darf das Kind schmutzig und nass werden.

verzeue, zuelosä, schimpfe, beobachte, nacherede,… [2]


Im Austausch in der Gruppe lernt das Kind die Schweizerdeutsche Sprache. Kinder, welche bei der Kommunikation mehr Zeit brauchen, wie auch fremdsprachige Kinder werden durch die Mitarbeitenden der Kita unterstützt. Zusätzlich zur Sprache erlernt das Kind die Regeln der Kommunikation kennen wie das Zuhören oder jemanden ausreden lassen. Das Nachahmen und Entdecken der Sprache spielen in dieser Phase eine zentrale Rolle. Zusammen mit dem Kind werden spielerische und kreative Elemente der Sprache weitergesponnen.

Der klare und konstante Tagesablauf gibt dem Kind Sicherheit und Orientierung. Neben den täglichen Ritualen wie Beispiel dem Morgenkreis zu Beginn des Tages oder dem gemeinsamen Mittagessen, lernt das Kind verschiedene Rituale innerhalb eines Jahres kennen. Dazu gehören Geburtstage, das Tipilager, das Roti Zora Fest oder das Spielplatz Fest.

Das Kind erhält in der Kita zahlreiche Anreize für seine kognitive Entwicklung. Durch unterschiedliche Materialien und eine vielfältige Umgebung kann es neugierig sein und Unbekanntes erforschen. Bei der Vertiefung erlernt das Kind Konzentration, Geduld und Ausdauer.

gigele, gränne, juchze, beobachte, pfuuse, schlegle, tröschte…[3]


Die Mitarbeitenden schaffen eine Vertrauensbasis zum Kind und unterstützen es in seinem Ablösungsprozess. Das Kind soll sich in der Kita geborgen fühlen. Es lernt, seine Gefühle wahrzunehmen und zu äussern. Die Mitarbeitenden helfen dabei, indem sie ihrerseits die Befindlichkeit kundtun.

Die Emotionen des Kindes werden respektiert und ernst genommen. Auf die unterschiedlichen Gefühlsäusserungen des Kindes wird eingegangen. Demzufolge wird einerseits genügend Raum für Rückzug und Erholungsphasen angeboten, andererseits Körperkontakt zugelassen. Innerhalb der Gemeinschaft werden verschiedene Stimmungen bewusst ausgehalten. Humor und Spass haben gehören ebenso in den Alltag, wie das Austragen von Konflikten. Bei Bedarf werden zusammen mit den Kindern Lösungen gesucht.

sändele, chöötze, chosle, verchleiderle, singe, bäbätschle, male…[4]


In der Kita erhält das Kind genügend Freiräume, um seine Phantasie auszuleben. Neben gestalterischen Tätigkeiten kann sich das Kind in Rollenspiele vertiefen und eigene Spielideen entwickeln. Das Musizieren und Singen gehören ebenso als fester Bestandteil in die Kita wie das Erzählen und Betrachten von Bilderbüchern. Das Kind kann drinnen und draussen kreativ sein, und dadurch sowohl seine Grob- wie auch seine Feinmotorik weiter entwickeln. Die kreativen Elemente im Alltag werden aufgenommen und zusammen mit dem Kind weiter entwickelt.

zäme spile, zäme lache, nachegaaggere, Fründe finde…[5]


In der Kita bewegt sich das Kind häufig zum ersten Mal in einer Gruppe mit Gleichaltrigen. Es eignet sich die Regeln an, integriert sich in der Gruppe und schliesst Freundschaften. Die andern Kinder werden erkannt, und das eigene Verhalten wird mit demjenigen der andern Kinder verglichen. Dadurch lernt das Kind, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und den andern mitzuteilen. Gemeinsame Gruppenerlebnisse gehören zum Alltag und fördern die Sozialkompetenz des Kindes. Die Betreuungsperson akzeptiert das Kind in seiner Eigenart. Gleichzeit wird dem Kind das eigene Verhalten reflektiert.


[1] zu deutsch: rennen, herumklettern, graben, suchen, klettern, balancieren, austoben, verstecken…

[2] zu deutsch: erzählen, zuhören, schimpfen, beobachten, nachsprechen, …

[3] zu deutsch: lachen, weinen, jauchzen, schlafen, kämpfen, trösten,…

[4] zu deutsch: mit Sand spielen, …, mit Wasser spielen, sich verkleiden, singen, mit Matsch spielen, malen…

[5] zu deutsch: zusammen spielen, zusammen lachen, nachahmen, Freunde finden…

Elternarbeit

Den Eltern gegenüber wird eine klare und offene Kommunikation angestrebt. Über die Rückmeldungen an die Eltern beim Abholen des Kindes entscheidet das zuständige Tagesteam. Verletzungen werden den Eltern immer kommuniziert. Das Vertrauen der Eltern gegenüber den Mitarbeitenden steht dabei im Zentrum. Das Team vertritt gegenüber den Eltern eine klare Haltung und kommuniziert diese. Kritik und Anregungen der Eltern werden ernst genommen, an der Teamsitzung besprochen und gegebenenfalls umgesetzt. Die Mitarbeitenden übergeben die Kinder beim Abholen nur den Eltern, ausser es wurde eine andere Abmachung getroffen. Die Mitarbeitenden unterstützen die Eltern beim Ablösungsprozess.

Einmal pro Jahr findet ein Elternarbend statt, und es wird ein Elternbrief versandt. Elterngespräche werden nach Wunsch und Absprache angeboten. Diverse Anlässe wie das Roti Zora Fest, der Putztag oder das Herzogstrassenfest werden in Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Vorstand realisiert.

Sie erfahren unter folgendem Link – Konzept Teil 2 – mehr über unser Betriebskonzept. ( Nähe / Distanz, Hygiene, Sicherheit / Notfall, Qualitätssicherung )

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